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Weshalb gibt es das Vorurteil, dass Polen viel klauen. Ist da etwas dran? Meine Oma hat nämlich wirklich Angst vor den Polen...
Frage von Dino123 (17.02.2010 | 19:23)
Hallo, ich arbeite mit einigen Polen zusammen, und bislang konnte ich alles liegen lassen, ohne daß etwas gefehlt hat. Ich denke es ist lediglich ein Vorurteil. Polen klauen bestimmt genau so viel oder wenig wie irgend ein anderer Landsmann.

Antwort von dieschg (17.02.2010 | 19:39)
und Bestätigung von hansalbers (17.02.2010 | 19:45)
Bewertung: positiv
Kommentar: keiner
Die Diebstahlsquote ging, im Jahr 2008, in Polen um 7 Prozent zurück (im Vergleich zu 2007). Erklärung für übermäßigen Diebstahl: "durch den Absolutismus, den Kommunismus oder Gefangenschaft verursacht" (siehe Ergänzung). Es gibt viele Vorurteile gegenüber Polen. siehe Ergänzungen -> Viele Quellen.
Quelle:
Antwort von winni300 (17.02.2010 | 19:44)
Ergänzungen
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winni300 schrieb am (17.02.2010 | 19:24):
http://polskaweb.eu/polnische-ladendiebe-im-schatten-deutsch er-kollegen-63573567235756.html
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winni300 schrieb am (17.02.2010 | 19:36):
http://www.berlinx.de/ego/1099/art4.htm
http://www.azubi-chat.de/fileadmin/material/texte/VORURTEILE _01.pdf
http://www.lr-online.de/politik/Tagesthemen-Weniger-Straftat en-trotz-Grenzoeffnung-nach-Osten;art1065,2116244
http://www.staypoland.com/vorurteile_polen.html
http://www.kripo.at/FACHARTIKEL/2009/Autodiebstahl/OK_Einnah mequelle.htm
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winni300 schrieb am (17.02.2010 | 19:39):
„Eine Kultur des Antieigentums
Die Bezeichnung „Kultur des Antieigentums“ verwendet Prof. Richard Pipes, amerikanischer Historiker und Politologe, wenn er unsere Region beschreibt. Fast alle kommunistischen Länder gehörten dieser Kultur an. Nach dem Niedergang des Kommunismus haben sie sich von ihr nicht völlig befreit. Mark Pollot, Autor des Buchs „Großer Diebstahl - kleiner Diebstahl“, behauptet, dass es im Kulturkreis des Antieigentums nicht um eine Verzerrung der Beziehung zum Eigentum oder zum Diebstahl geht, und auch nicht um eine vorübergehende - durch den Absolutismus, den Kommunismus oder Gefangenschaft verursachte - Aussetzung westlicher Normen, sondern um die Akzeptanz gänzlich anderer Normen. Die wichtigste Funktion in diesem Normensystem erfüllt der Begriff „Trophäe“, d.h. Diebesgut oder Beute. Jemand, der keine Trophäe hat, ist ein „durak“, ein Dummkopf. Ein Eroberer einer "Trophäe“ ist hingegen ein „molodec“ ein Spitzohr. Für einige Einwohner von Jedwabne war der Besitz der ermordeten Juden eine Trophäe. Ähnliches galt für das Eigentum der Juden, die dem Pogrom von Kielce zum Opfer fielen. Als Trophäe galt all das, was Deutsche bei ihrer Vertreibung aus den westlichen Gebieten zurückließen. Dazu gehörte die Ausstattung von Schlössern und öffentlichen Gebäuden: Marmorplatten, Öfen und Kacheln, Keramikplatten, Paneelen, ganze Hausflure, Stuck, Mosaikfenster, Dachziegel, Kamine und sogar Pferdekrippen aus Granit.
Als 1945 die Soldaten der Roten Armee Polen durchquerten, haben sie mehr Trophäen befördert als Kriegsgerät: Von Uhren über Fotopositive bis hin zu Gemälden, Skulpturen, Deckendekorationen, ja sogar landwirtschaftliche Maschinen. In Polen werden selbst Gegenstände als Trophäe angesehen, die zu Opfern von Flugzeug- (so war es, als im März 1980 die zur LOT gehörende Ił 62 verunglückte und im Mai 1987 die Ił 62 M) oder Zugkatastrophen gehören (z.B. im Februar 1952 in Rzepin oder im August 1980 in der Nähe von Toruń).
Der gegenwärtige polnische Diebstahl hat seine Wurzeln im zaristischen und bolschewistischen Russland und in ihrem Verhältnis zum Eigentum. Prof. Richard Pipes beobachtet, dass die Evolution des Eigentums in Russland im Vergleich zum Westen, wo sie die wichtigste Barriere gegen die absolute Macht der Monarchie darstellte, umgekehrt verlief. In Russland waren die Zaren Eigentümer sämtlicher Grundstücke. Sie konnten sämtliche Güter konfiszieren. Die Nutzer der Gründstücke und Güter waren Diener des Staates. Sie besaßen keine garantierten Menschenrechte und keine wirtschaftliche Absicherung. Derjenige, der kein Eigentum besaß, konnte auch keine politische Macht ausüben. Aus eben diesem Grundsatz gingen Lenin und die Bolschewisten hervor. „Sie hatten Angst davor, dass selbst die Gewährung einer kleinen Enklave des Privatbesitzes die Bürger dazu veranlassen könnte, sich der staatlichen Kontrolle zu entziehen und eine Opposition zu organisieren“ - merkt Prof. Pipes an. Dadurch, dass die Bolschewisten in den Jahren 1917 bis 1920 das Privateigentum abgeschafft haben, wurde der Staat zum einzigen Arbeitgeber. So konnte der Staat jeden entlassen oder degradieren, der auch nur im Verdacht stand, sich regierungsfeindlich oder illoyal zu verhalten. Im „Archipel Arbeitslager“ stellt Alexander Sołżenicyn fest, dass Diebstahl für viele derjenigen, die vom Staat abgewiesen wurden, die einzige Möglichkeit war, zu überleben. Für die von Beschlagnahmungen geplagten Bauern, insbesondere vor 1922 und nach 1928, war Diebstahl auch eine Form des Widerstands.
Die Mentalität der Leibeigenschaft
Unser Verhältnis zum privaten Eigentum unterscheidet uns von westlichen Ländern. Von der frühen Kindheit an werden wir in einer Welt erzogen, in der nichts niemanden gehört und nichts einen Preis hat, erklärt Andrzej Samson. Es handelt sich dabei um ein Echo der Leibeigenschaftsmentalität und ihrer Abwandlung in der Kolchose. Für die leibeigenen Bauern blieb nach Entrichtung des Kopfgelds und der Steuern für die Armee so wenig Geld übrig, dass die Landgutsbesitzer es ihnen gestatteten, Holz, Korn und Kartoffeln zu stehlen. In sowjetischen Kolchosen und polnischen Landswirtschaftsbetrieben war bis zum Ende ihres Bestehens der Diebstahl sanktionierte Praxis.
Die Fabrik war in den Zeiten der Volksrepublik Polen ein Lager für besitzerlose Ersatzteile, die von den Arbeitern hinausgetragen (nicht gestohlen) wurden. Oft mussten sie übrigens dies tun, da es diese Ersatzteile nicht zu kaufen gab, sagt der Soziologe Prof. Ireneusz Białecki. Der Realsozialismus hat - außer der Nationalisierung, d.h. den Diebstahl von privaten Eigentum - auch die Institution des relativen Diebstahls, den sog. kollektiven Verbrauch eingeführt. „Die Einzelnen hatten keine heimliche Erlaubnis für Diebstahl, denn in dieser Rolle vertrat sie der Staat. Der kollektive Verbrauch bestand nämlich darin, dass der Staat die Einkünfte der Einen begrenzte, um den Anderen den Zugang zu bestimmten Gütern und Dienstleistungen zu gewähren, bemerkt Mark Pollot. Der kollektive Verbrauch war in Wirklichkeit ein ausgebautes System von über den Lohn hinausgehenden Vergütungen: Kantinen- und Urlaubszuschüsse, Zuschüsse für das Sanatorium, Deputate (das sogenannte Kohledeputat hat in Polen bis heute überdauert), Gutscheine, Bezugsscheine für Autos, Waschmaschinen, Kühlschränke, Fernseher oder die Zuteilung von Wohnungen. „Mit der Einführung dieses Leistungssystems für die Einen auf Kosten der Anderen, wurde der Staat in Wirklichkeit zum Hehler, schlussfolgert Mark Pollot.
Zustimmung zum Diebstahl
Und eben dieser Hehler ist der polnischer Staat in einigen Fällen heute noch. Beispielsweise im Falle der Reprivatisierung. Zwar hat das Parlament das Gesetz zur Reprivatisierung verabschiedet, doch der Präsident legte dagegen sein Veto ein. Er stellte fest, das Gesetz sei ungerecht und dass sich „es der Staat nicht leisten kann, Vermögen zurückzuerstatten“. Der Präsident hat eingestanden, dass der Staat etwas gestohlen hat, es aber nicht hergibt, weil er keine Mittel dafür hat. Unterstützt wurde der Präsident von der SLD, PSL und UP, die gegen die Reprivatisierung waren. Die SLD könnte sich letztendlich damit einverstanden erklären, gestohlenes Eigentum zurückzugeben, aber nur bis zu 10% seines Werts, weil nur so viel in diesem Fall „gerecht“ ist. Unterdessen bleibt Diebstahl ein Diebstahl, auch wenn er nur ein Promille des Eigentums betrifft. Das Gesetz selbst war übrigens nicht frei von Mängeln, beinhaltete es doch einen Numerus Clausus, wobei es Personen, die nicht vor Ende 1999 polnische Staatsbürger waren, von der Reprivatisierung ausschloss. - Ganz als ob die Staatsbürgerschaft irgendetwas mit dem Eigentum zu tun hätte. Welcher westliche Investor nimmt ein Land ernst, welches die Möglichkeit zulässt, seinen Besitz an sich zu reißen? Viel schlimmer noch, Politiker, die gegen die Reprivatisierung sind, können sich auf Volkes Stimme berufen. Im Februar 2001 war bei einer Umfrage der Meinungsforschung CBOS die Zahl der Befürworter der Reprivatisierung niedriger (38%) als die Zahl ihrer Gegner (48%). Weniger als die Hälfte der Befragten sind der Meinung, dass die Rückgabe gestohlenen Besitzes aus moralischer Sicht richtig ist. Unser Verhältnis zum Eigentum ist ein eindeutiges Beispiel für Doppelmoral. 87% der im Dezember 1997 von der Meinungsforschung CBOS befragten Polen gaben an, dass das Privateigentum unter allen Umständen unantastbar ist und dass alle Staatsorgane dieses schützen sollten. Nahezu die Hälfte der Befragten behaupteten, der Schutz des Eigentums würde zu den wichtigsten Bürgerrechten zählen. Die meisten Personen, die diese Angaben machten, stammen aus der Wählerschaft der PSL (66%) und der UP (61%). Unterdessen haben eben diese Parteien den größten Widerstand gegen die Reprivatisierung geleistet.
„Ein Drittel der Gesellschaft lebt in Armut. Sind diese Menschen nicht auch Geschädigte?“, fragte die SLD-Abgeordnete Danuta Waniek während einer Reprivatisierungsdebatte. „Wenn jemand die Enkel früherer Landsgutbesitzer, Reicher und Bourgeoises aufwerten will, der soll das aus der eigenen Tasche tun, und nicht Milliarden aus den Taschen der Armen abgreifen, pflichtete der Abgeordneten Waniek ihr Senator Ryszard Jarzembowski, ebenfalls aus der SLD, bei. Sollte etwa der Senator der SLD (der sonst eher nicht zu den Armen zählt, in deren Namen er auftritt) behaupten, dass man straffrei jeden bestehlen darf, der zu Eigentum gekommen ist? So haben es ehemals die Bolschewisten aufgefasst.
http://www.polonikmonachijski.de/36456/12922.html?*session*i d*key*=*session*id*val*
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winni300 schrieb am (17.02.2010 | 19:46):
Eine Quelle hab ich vergessen: Ich bin Pole^^
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hansalbers schrieb am (17.02.2010 | 19:47):
Gute Quelle.
Ich kenn nur nette Polen, die klauen nicht. Und 3 nette Polinnen, die sehen alle total super aus und klauen auch nicht.
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dieschg schrieb am (17.02.2010 | 19:48):
schleimer grins
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Dino123 schrieb am (17.02.2010 | 19:50):
@winni300: Du bist kein Pole mehr.^^ Für mich zählt, was auf den Papieren steht. :-P
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winni300 schrieb am (17.02.2010 | 19:51):
Richtig^^ Aber wenn wir in Polen zu Besuch sind, lassen wir unser Auto nie auf einem unbewachten Parkplatz...da haben wir schlechte Erfahrungen mit^^ Oder besser meine Eltern...ich hatte noch keine "schlechte Erfahrung". Schönes Land, nette Leute :D
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winni300 schrieb am (17.02.2010 | 19:52):
Schön für dich...
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hansalbers schrieb am (17.02.2010 | 20:01):
Mówisz Polski?
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winni300 schrieb am (17.02.2010 | 20:02):
Jaa^^ Lesen geht auch, aber schreiben kann ich nicht...^^
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tatsaechlich schrieb am (17.02.2010 | 20:39):
Mir haben unsere netten Nachbarn mal einen richtig alten VW Kombi in Mittelpolen direkt neben einer Kirche geklaut und ich bin dann mit den Anderen im Kombikofferraum zurück gefahren...
Das prägte!
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winni300 schrieb am (17.02.2010 | 20:40):
tatsächlich? :D^^
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tatsaechlich schrieb am (17.02.2010 | 20:46):
Es war totales Sauwetter, nach 1,5 h keine Polenpolente da, da sind wir dann zurück Richtung Deutschland, an der Grenze verlangten die dann eine Anzeige bei einer Polizeidirektion 20 km weiter, natürlich war der ganze Quark umsonst und ich hatte die Karre eh schon abgeschrieben. Naja, man lernt nie aus...
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Dino123 schrieb am (17.02.2010 | 20:50):
Eigentlich wollte ich im Sommer nach Polen, jetzt kriege ich Angst.^^
Aber solange es nur Autos sind, ist es ja nicht tragisch.^^
Ich habe kein Auto. :-D
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dieschg schrieb am (17.02.2010 | 20:54):
in deutschland werden auch autos geklaut, halloo
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tatsaechlich schrieb am (17.02.2010 | 20:57):
Am Besten du reist da nackt hin, aber geht ja auch nicht bei den angeblichen mehrheitlichen Katholiken... Aber ohne offensichtliche Reichtümer, wozu auch Schmuck gehört, dürfte das kein Problem sein. Habe jedenfalls nach u.a. obigen Erfahrungen schmucklos und ohne sonstige Statussymbole in der Welt beim Reisen gute Erfahrungen gemacht, sprich, bin kein Beuteschema gewesen. Gute Reise!
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Dino123 schrieb am (17.02.2010 | 20:58):
In Deutschland würde ich auch ungern Urlaub machen...^^
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hansalbers schrieb am (17.02.2010 | 20:59):
Hier gibt's auch viel zu viele Polen. Die klauen alles.
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Dino123 schrieb am (17.02.2010 | 21:01):
Wie wir eben alle erfahren haben, haben sie sogar Hiogi fest in der Hand (All Time Top 3^^).
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dieschg schrieb am (19.02.2010 | 19:15):
wart ihr schon mal auf sizilien?
die ziehen dir die schuhe aus obwohl du noch darin läufst. ausser du gehörst zu ner "Familie", dann kannste sogar das auto über nacht offen stehen lassen.
Ergänzung schreiben: