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SMS-Frage
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Was sind sogenannte >Couch Surfer < ist das eine neue Form von jungen Menschen billig andere Länder kennen zulernen

Frage von seemann (13.12.2009 | 20:15)
Antwort wurde versendet

Ahoi. Jein. Das kann jeder machen. Altersunabhängig. Anmeldung und Organisation nur über Internet möglich. Gute Sache. 1,562,068 Mitglieder

Quelle: Antwort von hansalbers (13.12.2009 | 20:19) und Bestätigung von Mimbrocken (13.12.2009 | 20:19)
Bewertung: positiv
Kommentar: keiner

Ergänzungen

  1. hansalbers schrieb am (13.12.2009 | 20:26):
    CouchSurfing ist ein kostenloses, internetbasiertes Gastfreundschaftsnetzwerk. Die Mitglieder nutzen die Website, um eine kostenlose Unterkunft auf Reisen zu finden, selbst eine Unterkunft oder auch anderes anzubieten, wie beispielsweise einem Reisenden die Stadt zu zeigen. Mitte März 2009 zählte CouchSurfing über eine Million Mitglieder in 231 Ländern und Gebieten und ist damit die größte Vereinigung seiner Art. Rund 36 Prozent boten zu diesem Zeitpunkt einen Schlafplatz an (weitere 18 Prozent unter Vorbehalt).

    http://de.wikipedia.org/wiki/Couchsurfing Verstoß melden
  2. hansalbers schrieb am (13.12.2009 | 20:33):
    Couchsurfing
    Ein Fall für die Couch

    In einem Internet-Reiseportal bieten junge Leute einander gratis Schlafplätze an. Jetzt aber wird die Gemeinschaft erschüttert: Ein Dieb schnorrt sich von Bett zu Bett

    http://www.zeit.de/2008/26/Couchsurfing Verstoß melden
  3. hansalbers schrieb am (13.12.2009 | 20:36):
    Couchsurfing
    Ein Fall für die Couch

    In einem Internet-Reiseportal bieten junge Leute einander gratis Schlafplätze an. Jetzt aber wird die Gemeinschaft erschüttert: Ein Dieb schnorrt sich von Bett zu Bett

    Johannes Prinz sitzt in seinem Gästezimmer, das zugleich sein Wohn- und Schlafraum ist. Seine kahle Einzimmerwohnung in Berlin-Neukölln ist noch kahler, seit Kurt weg ist. Die Einrichtung besteht nur aus dem Nötigsten: Bett, Schrank, Schreibtisch, Sofa. Die Parterrewohnung wird durch eine Doppeltür geschützt. »Einbruchssicher«, sagt Johannes und muss darüber lachen, denn den Dieb hat er selbst in die Wohnung gelassen. Mit Kurt verschwanden Johannes’ Kleider, der Schlafsack, die CDs. »Er hat sogar meine Zahnbürste geklaut«, sagt der 21-Jährige.

    Johannes ist Mitglied im Couchsurfing-Netzwerk. Das ist ein Zusammenschluss von meist jungen Leuten, die das Internet nutzen, um auch im echten Leben ungehindert zu reisen. Sie lassen Fremde, die sympathisch klingen, umsonst bei sich wohnen und wissen umgekehrt, dass fast überall auf der Welt auch für sie ein Sofa frei ist. Es geht ihnen nicht nur darum, Übernachtungskosten zu sparen. Sie suchen auch eine Nähe zur fremden Kultur, die Hotels nicht bieten.

    Nach einer Woche verschwand er und mit ihm die Digitalkamera

    Das Netzwerk war die Idee des US-Amerikaners Casey Fenton. Er war jung, er wollte die Welt kennenlernen – und zwar abseits von Touristenbussen und Reisehandbuch-Tipps. Deshalb gründete er im Januar 2004 zusammen mit Freunden das Couchsurfing-Portal. Der Idealismus, an den Couchsurfing anknüpft, reicht zurück in eine Zeit vor dem Massentourismus, als Reisende einander noch für verwandte Seelen hielten, verstreute Mitglieder einer weltumspannenden Gemeinschaft, die bloß noch zusammenfinden musste. Über eine halbe Million Couchsurfer gibt es mittlerweile. Viele von ihnen sind lieber Gastgeber als Gast. Sie wären vielleicht selbst gern öfter unterwegs und freuen sich über Besuch, der ihnen das Fremde ins eigene Heim bringt. Gespannt lauschen sie Schilderungen von Erfahrungen, die sie selbst nicht machen können.

    Auch Kurt verstand sich auf Geschichten – nur dass seine nicht stimmten. »Erzählen war das Einzige, was er wirklich gut konnte«, sagt Johannes. Er besitze drei Staatsbürgerschaften, erzählte Kurt seinem Gastgeber, er sei das in Kanada geborene Kind eines australischen Aborigines und einer Belgierin. Und ehe er Johannes die Wohnung ausräumte, gab er sich selbst als Bestohlener aus: »Er sagte, dass er im Zug eingeschlafen ist.« Und als er aufwachte, sei sein Rucksack verschwunden gewesen. Deshalb brauche er einen Schlafplatz für ein paar Nächte, er müsse ja zu drei Konsulaten gehen.

    Kurt hatte reichlich Zeit, um an seinen Geschichten zu feilen. Seit zwei Jahren schon schläft er in halb Europa auf den Sofas anderer Leute, und fast überall geht er mit mehr Gepäck, als er mitgebracht hat. Er ist der Inbegriff des Fremden, den man nicht in die Wohnung lassen sollte. Wer sich unter den Couchsurfern umhört, kann Kurts Weg weit zurückverfolgen. Als er im Frühling 2006 bei Carmen in der Nähe von Gent auftauchte, nannte er sich Colin O’Brian. Er sagte sein Sprüchlein auf und durfte bleiben. Carmen wohnte damals noch bei ihren Eltern. »Er hat eine Woche lang ausspioniert, wo unsere Sachen liegen.« Im Schutz der Nacht verschwand er dann – und mit ihm die Digitalkamera, Geld und die Lieblingsjacke von Carmens Vater. Als Abschiedsgruß ließ er im Haus die Lichter an und drehte die Heizung auf höchste Stufe. Er tat also genau »das, von dem wir gebeten hatten, dass er es nicht tut«, sagt Carmen. Sie erstattete Anzeige und schickte eine Nachricht an den Administrator von Couchsurfing.com. Die Antwort: Da könne er leider nichts machen.

    Couchsurfing ist ein Netzwerk, das zu einem großen Teil auf Vertrauen basiert. Wer sich als Mitglied anmeldet, füllt eine Art Steckbrief aus – das sogenannte Profil. Dort berichtet der Couchsurfer über sich, seine Hobbys und sein Sofa. Manche zeigen auch gleich noch ein paar Fotos. Die meisten ignorieren die Mittel, die Couchsurfing zur Verfügung stellt, um das Netzwerk sicherer zu machen. So ist es zum Beispiel möglich, seine Adresse überprüfen zu lassen. Das aber kostet Geld und wird selten genutzt. Ein zweites Mittel sind Bürgschaften, die bewährte Mitglieder für andere übernehmen können. Verbreiteter aber ist das dritte Mittel: Die meisten Mitglieder schreiben ihren Gastgebern oder Gästen Kommentare ins Profil. So haben sie im Prinzip die Möglichkeit, andere zu warnen. Viel üblicher aber ist es, die Besucher überschwänglich zu loben. Die Einträge gleichen eher einem Spruch im Poesiealbum als einer Kurzkritik.

    »Ich hatte so viele bei mir zu Hause, dass ich jedem blind vertraute«

    Die Adressüberprüfung, Bewertungen und Bürgschaften sind freiwillig. Die meisten Gastgeber nehmen auch Besucher auf, von denen sie nur den selbst verfassten Steckbrief kennen. Wer da freundlich wirkt, hat schon einen Fuß in der Tür. Der Reiz des Netzwerks besteht ja gerade darin, dass Reisende schnell und unbürokratisch einen Schlafplatz finden. Schließlich geht es um Gastfreundschaft, nicht ums Geld. Außer, man gerät an Kurt.

    Julie hat ihn als Kurt Dierickx in Barcelona kennengelernt, ungefähr ein halbes Jahr nach seinem Besuch bei Carmen. Die Belgierin war als Austauschschülerin in der Stadt. Sie traf ihn auf einer Party und verliebte sich Hals über Kopf. Wenig später zog Kurt bei ihr ein. Auf den Fotos, die Julie von ihm hat, sieht Kurt eher durchschnittlich aus. Seine Haut ist von Natur aus braun, die Augen sind so dunkel, dass man den Unterschied zwischen Iris und Pupille nicht erkennen kann. Immer lächelt er charmant.

    Drei Monate lang wohnte Kurt bei Julie, ehe er sich nach Norden absetzte. Julie ist sicher, dass er es war, der im Dezember 2006 von ihrem Bankkonto 3200 Euro abhob. Beweise dafür fand sie nicht. Dafür entdeckte sie das Couchsurfing-Passwort, das er auf ihrem Computer hinterlassen hatte. Als ihre Warnung an das Portalmanagement erfolglos blieb, heftete sie sich damit an seine Fersen. Sie las seine Nachrichten mit, warnte potenzielle Gastgeber und hinterließ einen eindeutigen Kommentar in Kurts Steckbrief: »Dieser Mensch ist ein Lügner und Betrüger.«

    Das Dierickx-Profil gibt es längst nicht mehr. Kurt hat andere eröffnet – neue Couchsurfer-Identitäten, mit der er unerkannt den nächsten Gastgeber betrügen kann. Doch Julie ließ nicht locker. Sie machte Leidensgefährtinnen ausfindig, fragte herum, schnüffelte. Jenna, Pieter und Roland in Den Haag konnte sie rechtzeitig warnen. Als Kurt Smith lebte er seit drei Wochen bei ihnen. Sie prüften Julies Aussagen und setzten ihn vor die Tür, ehe er etwas stehlen konnte.

    Im September 2007 landet Kurt in Berlin. Diesmal ist sein Ruf ihm vorausgeeilt. Einige Couchsurfer sind schon gewarnt. Das Netzwerk hilft sich selber. Jeder kennt jemanden, der gehört hat, dass es da jemanden gibt, der stiehlt. Diesmal findet Kurt keine Bleibe. Ein halbes Jahr später unternimmt er einen zweiten Versuch, in Berlin unterzukommen. Als Kurt de Sutter landet er bei Johannes. Es sei seine eigene Schuld gewesen, dass er beklaut wurde, gibt Johannes zu. Er habe sich das Profil nicht angeschaut, bevor Kurt kam. »Ich hatte schon so viele Couchsurfer bei mir zu Hause, dass ich einfach jedem blind vertraute.«

    Obwohl die Couchsurfer sehr gut vernetzt sind, schaffen sie es nicht, sich vollkommen gegen Menschen wie Kurt zu schützen. Und auch das Couchsurfing-Management zögerte lange, ihnen beizustehen. Der Gründer Casey Fenton war ein Globetrotter, kein Geschäftsmann. Wie viele Menschen seine Vision teilten, hat er sich wohl kaum ausmalen können. Im ersten Jahr hatten sich wöchentlich hundert Surfer angemeldet, mittlerweile sind es achttausend pro Woche. Eine globale Gemeinschaft hat sich entwickelt. Aber noch immer ist Couchsurfing eine Nonprofitorganisation, die auf freiwilliger Arbeit basiert und durch Spenden finanziert wird. Bis auf eine Handvoll Menschen arbeitet niemand hauptberuflich für das Netzwerk, keine Rechtsanwälte und keine Internetpolizei.

    Das Management hat Angst vor einer Klage wegen übler Nachrede, die in den USA bekanntlich teuer werden kann. Aus dieser Furcht heraus hat es zunächst alle Warnungen, die über Kurt zu finden waren, von der Webseite entfernt. Erst als neben den Hinweisen von Mitgliedern auch zwei Polizeiberichte vorliegen, waren die Vorbehalte ausgeräumt: Zum ersten Mal wurde ein Sicherheitshinweis über eine nicht vertrauenswürdige Person an alle Mitglieder gesendet. Eine halbe Million Menschen kennt jetzt Kurts Gesicht.

    http://www.zeit.de/2008/26/Couchsurfing Verstoß melden
  4. hansalbers schrieb am (13.12.2009 | 20:39):
    http://video.google.de/videoplay?docid=-307421104996351440&e i=hUIlS5-vEIjU2wKAneSYAQ&q=kurt+frank+zander&hl=de# Verstoß melden

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